Eberspächer in Tschechien
Die Firma Eberspächer verfügte bereits vor dem Ersten Weltkrieg über enge Kontakte zu Škoda Pilsen, dem Industriegiganten des damaligen Österreich-Ungarn. In der Zeit der Ersten Republik, also in den Jahren 1918 bis 1938, entwickelten sich die Kontakte auf normale Art und Weise, wie es zwischen entwickelten europäischen Nachbarländern seinerzeit üblich war. Während des Krieges und genauso nach dem kommunistischen Putsch in der Tschechoslowakei 1948 war es aus mit der Normalität. Es ist daher bemerkenswert, dass die Zusammenarbeit auch in jener Zeit ausgeweitet wurde, und dies namentlich in den siebziger und achtziger Jahren. Dies hatte seine logischen Gründe, wie wir im Folgenden sehen werden. Ja, es kam sogar zur Kooperation. Unter dem Sozialismus mit einer westlichen Firma zusammenzuarbeiten, notabene mit einer Firma in der BRD, sogar Komponenten für deren Produkte herzustellen, dies war praktisch undenkbar. In Bezug auf die Zeit, während welcher wir unseren Kommunismus aufbauten, lassen sich Fälle dieser Art an einer Hand abzählen. Einer davon war die Zusammenarbeit mit Eberspächer. Grund genug, dass wir uns diesen Fall genauer ansehen.
Die Gesellschaft WEMA in Prag – Dreißiger Jahre
Im Firmenarchiv Historeum Eberspächer blieben drei Zeichnungen erhalten, welche bezeugen, dass die Gesellschaft Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre in Prag ihre eigene Filiale und auch Werkstätte hatte. Auf einer Zeichnung vom 25. April 1930 steht „WEMA spezielle Werkstätte für kittlose Glasdächer Eberspächer und Gesellschaft, Prag“. Es handelte sich um Pläne des Fundaments und des Erdgeschosses einer mittelgroßen Werkstätte (Pläne Nr. 560a, 561a).

Eine weitere Zeichnung stammt vom September 1936 (ohne Bezeichnung). Es ist die Skizze eines Hauses für die „Firma WEMA Ing. Dub und Gesellschaft in Prag XIII. Staré Strašnice Ordnungsnummer 1056“. Der Flachbau diente als Verwaltungs- und Projektierungsbüro.


Die renovierten WEMA-Gebäude stehen bis heute. Bei Lichtkuppeln und Dachträgern hat sich auch nach einem Dreivierteljahrhundert nichts verändert).

Zeichnungen der Prager Werkstatt WEMA vom April 1930.
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