Noch ein Brikett!
Es ist erstaunlich, wie lange es dauerte, bis die Konstrukteure mit einer Vorrichtung kamen, welche Fahrern und Mitreisenden die Reise bei kühlem, um nicht zu sagen eisigem Wetter wenigstens ein wenig angenehmer gestaltete. Eine primitive Wärmequelle im Auto beschreibt der Abt Tajovský (wie in der Einleitung erwähnt). Seine Erinnerungen aus den späten Dreißigern beweisen, dass Heizungen damals noch praktisch nicht existierten.

Am Anfang wurden flache Blechdosen hergestellt, in welche man glühende Kohlenbriketts legte. Diese Dosen mit Öffnungen für die Luftzirkulation lagen auf dem Boden und die Reisenden wärmten sich daran die Füße. Selbstverständlich vorsichtig, um dabei nicht die Sohlen zu beschädigen. Diese Vorrichtung war unzuverlässig, gefährlich und außerdem wenig wirksam. Eine verbesserte Ausführung aus den mittleren Zwanzigern arbeitete nach dem gleichen Prinzip. Sie hatte die Gestalt einer engen, hohen Dose, in welche man maßgefertigte glühende „Kohlenklötze“ schob. Damit konnte man nicht nur den Innenraum aufwärmen, vor allen Dingen legte man solche Heizkörper beim Abstellen des Wagens unter den Motor oder direkt unter die Haube, um


Der Text in einem Inserat des Automobilherstellers aus Mladá Boleslav (Sport a hry Nr. 16, 17. April 1908) hätte eher zugeben sollen, dass „wir alle und noch viele andere im Automobil hundserbärmlich frieren“.
das Kühlwasser über dem Gefrierpunkt zu halten. Spezielle Frostschutzmittel gab es noch nicht, und so mischte man dem Kühlwasser Glyzerin, Sprit, Salz oder Kalziumchlorid bei. Keine der Lösungen war ideal, auch wenn damit der Gefrierpunkt gesenkt werden konnte. Eine überwiegende Mehrheit der Automobilisten füllte den Kühler im Winter mit warmem Wasser und leerte diesen am Ziel wieder. Praktisch war das nicht, und ganz abgesehen davon war Wasser nicht jederzeit zur Hand. Es war daher üblich, bei jedem Halt eine Decke über die Haube zu legen und der Fahrer bedeckte den Kühler mit seinem Pelzmantel.
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